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Im Jahre 1241 wurde vom Stauferkaiser Friedrich II. das
„Edikt von Salerno“ erlassen: Dieser auch als
Medizinalordnung bezeichnete Erlass war die Grundlage der
seit nunmehr über 760 Jahre bestehenden ersten gesetzlich
fixierten Trennung der Berufe Arzt und Apotheker.
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| Im Laufe des 14. Jahrhundert
wandelte sich erstmals das Berufsbild der Apotheker, die
nicht nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen (getrocknete
Pflanzen oder Teile von ihnen) verkauften, sondern auch
selbst Arzneimittel in der Offizin (lat. officina)
herstellten. |
| Im 17. und 18. Jahrhundert
entwickelten sich die deutschen Apotheken vom Ort der
Arzneimittelherstellung, bedingt durch das Wissen über die
Chemie, auch zu einem Ort der Arzneimittelerforschung. Bis
zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Erlaubnis des
jeweiligen Landherrn nötig, um eine Apotheke zu errichten
(Privileg). |
| Die Rats-Apotheke Havelberg –
früher „königlich privilegierte Rats-Apotheke zum goldenen
Adler“, besteht mittlerweile seit fast 340 Jahren. In
überlieferten Schriften wird am 20.11.1668 zum ersten Mal
der Name des Apothekers Daniel Wilhelmi erwähnt. Ein
Nachfahre Wilhelmis schloss 1740 mit seinem Provisor, dem
späteren Apotheker Johann Conrad Schweling, einen
Kaufvertrag für die Rats-Apotheke ab, begrenzte diesen aber
nur auf 20 Jahre. |
| Bedingt auch durch das Ansteigen
der Einwohnerzahl, bat Apotheker Schweling den König darum,
eine zweite Apotheke in Havelberg errichten zu können. Er
erhielt 1760 die notwendige Erlaubnis. |
| Im Gegensatz zu anderen Städten
der Prignitz bestanden in Havelberg nunmehr über 200 Jahre
zwei Apotheken nebeneinander – die ursprünglich
Wilhelmi’sche „Rats-Apotheke zum goldenen Adler“ am Markt,
neben dem Rathaus und die 1760 von Schweling gegründete
„Löwen-Apotheke auf dem Dome“ in der Kirchstraße. |
| 1794 wurde die Löwen-Apotheke von
Schwelings Schwiegersohn, Carl Gottlieb Joachimi übernommen.
Auf Grund seines großen Interesses für die Botanik
veröffentlichte der Apotheker Joachimi in den Folgejahren in
Hoppes Botanischem Taschenbuch über 100 Monographien der
„selteneren, um Havelberg wildwachsenden Pflanzen“. Diese
Übersicht kann als die wohl erste Lokalflora der damaligen
Prignitz bezeichnet werden. |
| In den folgenden Jahren wirkten
in Havelberg u.a. die Apotheker Bawenroth, Heinrich, Keil
sowie Wettig. Um etwa 1910 verkaufte Richard Reimer aus
Waren/Müritz die Rats-Apotheke an den Apotheker Josef
Beumers. Dieser kam 1945 bei der Sprengung der Havelbrücke
ums Leben. Zum 01.11.1949 wurde die Rats-Apotheke
verstaatlicht und zunächst vom Apotheker Gerhard Wilde
geleitet. |
| Das vielen älteren Havelbergern
gut bekannte stattliche Fachwerkhaus der „Löwen-Apotheke“ in
der Kirchstraße blieb bis über beide Weltkriege hinaus
unversehrt – ein Zustand, der sich in den folgenden Jahren
änderte: Anfang 1957, als der letzte private Apotheker,
Erich Buß (Buss), im hohen Alter von 83 Jahren in den
Ruhestand gegangen war, fiel die Apotheke an den Staat.
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| Die Apotheke wurde nunmehr
Zweigstelle der Havelberger Rats-Apotheke und vom Apotheker
Leo Mattner geleitet. |
| Ende 1960 brannte die ehem.
Löwen-Apotheke infolge Brandstiftung der Witwe Erich Buß’ (Buss)
nieder. Leo Mattner übernahm nun die Leitung der staatlichen
Rats-Apotheke am Markt, die bis Anfang 1992 wieder die
einzige Apotheke in Havelberg war. |
| Im Herbst 1969 übernahm die
Apothekerin Ursula Hommel die Leitung der staatl.
Rats-Apotheke. Sie bemühte sich 1973 – im Rahmen des damals
Möglichen – um die Renovierung der Außenfront sowie die
Modernisierung der Räumlichkeiten und damit um verbesserte
Arbeits-bedingungen in der Apotheke. |
| Etwa Anfang der 1980-er Jahre
fiel der Rats-Apotheke die Funktion der Kreisapotheke für
den Altkreis Havelberg zu, die sie von der Fontane-Apotheke
Schönhausen übernahm. Organisatorische, aber im Wesentlichen
Versorgungstechnische Aufgaben waren hiermit verbunden, die
auch die damals in Sandau vorhandene „Adler-Apotheke“ mit
einschloss. |
| Im Zuge der gesellschaftlichen
Veränderungen Anfang der 1990-er Jahre nutzte Ursula Hommel
die Möglichkeit, ab 01.10.1990 die Havelberger Rats-Apotheke
in die Privatisierung zu führen. Die räumlichen und
baulichen Verhältnisse am Standort am Markt erwiesen sich
für die zukünftigen Aufgaben einer modernen öffentlichen
Apotheke als eher ungeeignet. |
| Familie Hommel hielt deshalb
Ausschau nach einem neuen, besser geeigneten Standort für
eine Apotheke. Der Zufall wollte es, dass die Wahl für einen
Neubau auf das Grundstück der ehemaligen „Löwen-Apotheke“ in
der Kirchstraße 8 fiel. |
| Nach kurzer Bauzeit erfolgte
danach im Mai 1993 der Umzug der „Rats-Apotheke“ vom Markt
in die Kirchstraße – womit sich auch ein Stück
Apothekengeschichte im Herzen der Altstadt von Havelberg
schließt. |
| Getreu dem Motto: „Gesundheit in
guten Händen“ übergab Ursula Hommel zum 01.01.1999 die
Leitung der Rats-Apotheke an ihren Sohn, Apotheker Dr. Frank
Hommel, der nunmehr in zweiter Generation für die Geschicke
der Apotheke verantwortlich ist. |
| Seit dem Spätsommer 2006 befindet
sich das „Äskulap-Info-Zentrum“ ebenfalls im Hause der
Havelberger Rats-Apotheke in der Kirchstraße. Dr. Frank
Hommel organisiert und leitet hier Vorträge und
Veran-staltungen rund um das Thema Gesundheit und darüber
hinaus. |
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